Tenpai · Mahjong verstehen
Die Mahjong-Steine
Die Motive erzählen von Geld, Richtungen und Natur. Ihre Bedeutung erklärt die Bilder; für Tenpai bleibt die Regel einfach: Zwei freie Steine mit derselben Identität bilden ein Paar.





Drei Zahlenfamilien
Kreise, Bambus und Zeichen besitzen jeweils neun Ränge. Ihre Herkunft führt zu älteren chinesischen Geldspielkarten: Münzen, Münzschnüre und große Geldeinheiten. Die heutigen Bilder reichen von schlichten Punkten bis zu aufwendigen Rosetten und Pflanzen.
Eine gleiche Zahl macht noch kein Paar: Kreis 3 und Bambus 3 gehören zu verschiedenen Familien. Der Vogel ist die Eins der Bambusfamilie.
Ehrensteine: vier Winde und drei Drachen
Ost, Süd, West und Nord bilden eine Richtungsgruppe. Rot, Grün und Weiß bezeichnen die drei Drachen. Diese sieben Steinarten heißen im klassischen Tischspiel Ehrensteine; sie besitzen keine Zahlenfolge.
Die Windnamen haben am Mahjong-Tisch außerdem eine praktische Aufgabe: Sie benennen Sitze und Runden. Der Name „Drache“ wiederum ist nicht einfach eine Übersetzung der chinesischen Schriftzeichen.
Blumen und Jahreszeiten
Pflaume, Orchidee, Chrysantheme und Bambus greifen einen vertrauten Motivkreis ostasiatischer Kunst auf. Frühling, Sommer, Herbst und Winter bilden daneben eine eigene Zusatzgruppe. Im Tischspiel können dafür je nach Regel besondere Verfahren gelten.
In Tenpai werden aus diesen Gruppen Orchidee und Winter ausgelegt. Orchidee passt nur zu Orchidee, Winter nur zu Winter. Die weiteren Motive kannst du in der Galerie ansehen.
Ein Stein, drei Gestaltungen



KIRI, Exklusiv und Jade zeigen dieselben Steinidentitäten mit einer eigenen Bildsprache. Das lässt sich am roten Drachen besonders gut sehen: Schriftzeichen und Tierbild stehen hier für denselben Stein. Du wählst das gewünschte Set unter „Gestaltung“ am Spieltisch; dort erreichst du auch die vollständige Steingalerie.
Quellen und Einordnung
Die Herkunftstexte unterscheiden belegte Steingeschichte, sprachliche Bedeutung und die Regeln des heutigen Spiels.
- Michael Stanwick · Von Geldkarten zu MahjongOriginalforschung, Abschnitte 1–3: Münzen, Münzschnüre und Myriaden in Karten- und Steinsätzen. Der genaue Entstehungsort und -zeitpunkt des Mahjong bleiben offen.
- Michael Stanwick · Die frühesten FamiliennamenOriginalforschung zur Herkunft der Namen, besonders 索 als Münzschnur und 萬 als Myriade. Historische Mengen je Münzschnur waren nicht überall gleich.
- Michael Stanwick · Frühe Winde und EhrensteineAbschnitt 3.3.2 vergleicht 中 als Mitte mit 中 als treffen und dokumentiert die Gruppe 中、發、白 im Satz von 1889/90. Abschnitt 3.5 behandelt den Satz von 1909.
- A Guide to Mahjong · Tischspiel und SteinartenLeitfaden auf der Website der Mahjong International League, besonders S. 7–9, 15–17 und 22: Familien, Zusatzsteine, Figuren und Wertung von Drachen/Sitz-/Rundenwind. Beschreibt eine Regelvariante, nicht Tenpai-Solitaire.
- Walters Art Museum · Die Vier EdlenObjekt 51.345: Das aus China nach Japan gelangte Motiv umfasst Pflaume, Orchidee, Bambus und Chrysantheme; in diesem Werk entsprechen sie Winter, Frühling, Sommer und Herbst.